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Emsland Rundfahrt

Für die Ausfahrt am 27. August 2017 hat Claudia eine große Emsland Rundfahrt vorbereitet, auf die wir mit 11 Zettis und 21 Personen gegangen sind.
Unser erstes Hauptziel war die Stadt Emlichheim im Nordwesten der Grafschaft Bad Bentheim. Es ist vielleicht nicht überall bekannt, aber auch in Deutschland, in der Norddeutschen Tiefebene wird Erdöl gefördert (z.B. für unsere Zettis). Die bedeutendsten Ölfelder finden sich westlich der Ems, nahe der niederländischen Grenze. Das Fördergebiet Rühle ist im Bourtanger Moor, bei Twist, westlich von Meppen. Weiterhin gibt es Fördergebiete in Emlichheim und Georgsdorf in der angrenzenden Grafschaft Bentheim. Außerdem stehen Erdölpumpen im emsländischen Schöninghsdorf. Die Erdölreserven wurden 1942 entdeckt und werden seitdem auch abgebaut. Das dort geförderte Öl ist jedoch so zähflüssig, so dass es zunächst aus der Tiefe an die Oberfläche gepumpt werden muss. Durch den entfernt an ein Pferd erinnernden Maschinenaufbau und die nickende Bewegung werden die Pumpen im Volksmund auch als Pferdekopf-Pumpen bezeichnet und sind ein Wahrzeichen der Landschaft geworden.
Die Erdölförderung findet sich sogar im Stadtwappen der Stadt Emlichheim wieder. Neben dem Torfabbau ist die Ölförderung und -verarbeitung eine wesentliche Industrie in den emsländischen Mooren.

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Unser zweites Hauptziel war nach der Mittagspause die ehemalige Teststrecke des Transrapid. Schon Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer nutzen zum Antrieb ein magnetisches System. Beim Transrapid ist das allerdings „etwas“ anders. Der Transrapid ist eine in Deutschland entwickelte Magnetschwebebahn für den Hochgeschwindigkeitsverkehr. In der Gemeinde Lathen im Landkreis Emsland schwebte einst das Vorzeigeprojekt der deutschen Hightech-Industrie. Bis zu 450 km/h erreichte der Transrapid bei den Tests auf der 31,5 Kilometer langen Versuchsstrecke, und die meisten Menschen hier liebten diesen Zug. Denn die Magnetschwebebahn war nicht nur schnell, sondern auch vergleichsweise leise. Sie brauchte keine Achsen, keine Kupplung, keine Getriebe, keine Räder. Die einzige Transrapidstrecke im Regelbetrieb wurde im Jahr 2004 in Shanghai in Betrieb genommen. Dort fährt der Zug immer noch, erreicht bis zu 430 km/h. Mehr geht dort nicht, weil die Strecke zu kurz ist. In Deutschland wurden alle Transrapid-Projekte nach langjährigen Planungsphasen abgebrochen. Am 22. September 2006 kam es zu einem verheerenden Unglück bei dem 23 Menschen gestorben sind. Um 9:53 Uhr fährt Transrapid TR08 mit 31 Gästen los zu einer Testfahrt. Um 9:54 Uhr knallt es: Der Zug prallt mit mehr als 160 Stundenkilometern auf einen Werkstattwagen mit zwei Mitarbeitern an Bord. Die Verantwortlichen haben das tonnenschwere Gefährt nicht rechtzeitig von der Strecke geholt. 23 Männer und Frauen kommen um, zehn werden teils schwer verletzt. Es ist das Aus für den Transrapid. Von nun an dürfen keine Besucher mehr mit. Der Ruf als sicheres Verkehrsmittel ist ruiniert. Dabei hatte der Unfall nichts mit dem System zu tun. Es war menschliches Versagen. Sämtliche Anlagen sollen zurückgebaut werden. Die Kabel der Fahrtrasse wurden bereits abgebaut und als Kupferschrott verkauft.

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Dankeschön an Claudia für eine sehr schöne und toll vorbereitete Tour!