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Fränkische Schweiz und Bamberg-Tour 2012

Parkplatz vor dem Aufstieg zur Basilika: Nach Hinweis von Martin stellt Horst die von allen befürchtete Frage: "Und wer schreibt den Tourbericht?" Oh weh, es folgt langes betretenes Schweigen. Naja, diesmal will ich mal ran. Wie hat Joe im Editorial des letzten Clubmagazins geschrieben: "Wer Kür will, muss bereit sein sich mit einzubringen". Recht hat er ja. Dies ist mein erster Bericht, aber Kür ist das noch lange nicht, eher Pflichtbewusstsein? Nun aber der Reihe nach.

Freitag, erster Tourtag

Nach frühem Aufstehen bei Dunkelheit, einem herrlichen Sonnenaufgang und einigen Nebelschwaden fuhren wir dem Frankenland entgegen. Treffpunkt war der Parkplatz eines XXL Möbelhauses in Hirschaid. Gut in der Zeit brachte uns ein Stau kurz vor dem Ziel in Verzug. Schnell noch getankt und gerade noch rechtzeitig erreichten wir das Ziel.

Großes Hallo und Wiedersehensfreude erwarteten uns. Sofort erhielten wir ein perfektes Roadbook. Nachdem auch der letzte Zetti staugeschädigt eintraf, gab's das erste Briefing - mit Megaphonaufruf!

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Die erste Strecke war kurz, da wir uns in einer typischen Kellerwirtschaft in Buttenheim für die weitere Fahrt stärken wollten. Nach zünftiger Brotzeit, leckerem Kuchen und anderen fränkischen Spezialitäten je nach Belieben starteten wir zur nächsten Etappe. Die Sonne lachte vom Himmel, so richtig fürs Zettifahren gemacht. Über kleine schöne Straßen, blitzsaubere nette Ortschaften mit je mindestens einer Privatbrauerei fuhren wir in Richtung der berühmten Wallfahrtskirche und Basilika "Vierzehnheiligen".

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Dort angekommen, erklommen wir (nach Gedenkpause am Parkplatz, s.o.) den Klosterberg, um die imposante Basilika zu besuchen. Mit den ausgezeichnet vorbereiteten Informationen von Gaby und Horst waren wir gut ausgestattet. Die beeindruckende Kirche wird dominiert von einem Gnadenaltar in der Mitte der Basilika, an dem 14 heilige Nothelfer prachtvoll (im Sinne des Rokoko) präsentiert werden. Nach ausführlicher Besichtigung ging es zurück zu unseren wartenden Zettis.

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Die weitere Fahrt führte durch idyllische Orte, über kurvige Straßen und zünftige Berge und Täler mit Felsenhängen sowie an vielen Burgen vorbei. Hinter Klosterlangheim durften die Zettis beweisen, dass sie auch klettern können, bis zu 18% ging’s bergauf und bergab! Nach eineinhalb Stunden herrlicher Landschaft kehrten wir zur Kaffeepause ein. Eine wunderschöne Sonnenterrasse erwartete uns und wir labten uns an lauter guten Leckereien. Die letzten 26 km führten uns wieder an Burgen, Basiliken und Klöstern vorbei bis nach Kunreuth / Regensberg zum Berggasthof Hötzelein, unserer Zieladresse.

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Dort wurden die Zettis mit einer geräumigen Tiefgarage verwöhnt. Anschließend nahmen wir unsere sehr großzügigen Zimmer in Beschlag. Alle hatten einen schönen Balkon mit grandioser Aussicht auf die fränkische Schweiz. Einen malerischen Sonnenuntergang gab’s gratis dazu.

Der erste Tourtag neigte sich langsam dem Ende zu und das fränkische Abendessen wartete auf uns. Wir konnten u.a. wählen zwischen "Schäufele" oder Forelle Müllerin. Schäufele ist eine fränkische Spezialität (Schulter, ähnlich einer Haxe), die jeder mal probieren sollte. Ein ausgesprochen leckeres, aber auch üppiges Essen. Nach gemütlicher Runde verabschiedeten sich nach und nach alle zur Nachtruhe.

Samstag, zweiter Tourtag

Am nächsten Morgen wurden wir von Regen und dickem Nebel überrascht. Nach einem guten, ausgiebigen Frühstück kamen die Lebensgeister zurück und so peu à peu lichtete sich auch der Nebel. Um 9.00 Uhr trafen wir uns vor dem Hotel zum Briefing. Zwischenzeitlich trafen noch einige Zettis aus Nürnberg ein, die mit uns die Tour als "Schnuppertour" fahren wollten.

Als es los ging, konnten wir schon offen fahren. Es war zwar noch frisch, aber zum Glück gibt’s warme Kleidung und Sitzheizung. Nach kurzer Zeit zeigte sich die Sonne und wir fuhren einem schönen Tag mit herrlichen Eindrücken entgegen.

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Die Route führte uns in die Hersbrucker Schweiz mit waldreichen Berghängen, Kalksteinfelsen, steinigen Hochäckern und fruchtbaren Niederungen. Wir kraxelten mit unseren Zettis wieder Berg auf, Berg ab an herrschaftlichen Burgen vorbei, durch wunderschöne kleine Ortschaften. Am Paddelparadies entlang der Pegnitz kamen wir nach Neuhaus an der Pegnitz und sahen schon von weitem die stattliche Burg Veldenstein. Einmal umrundeten wir sie und kurze Zeit später fuhren wir in den "Veldensteiner Winkel" um die Maximiliansgrotte zu besichtigen. Schnell war der Parkplatz mit unseren Zettis gefüllt und wir "wanderten" ein kurzes Stück zum Grotteneingang. Durch einen unscheinbaren Eingang gelangten wir bis zu 70m unter die Erde. Eine knappe Stunde führte uns der Weg durch einen Teil der über 1200m langen Grotte, über steile Treppen an eindrucksvollen Stalagmiten und Stalaktiten vorbei. Dort sahen wir u.a. den größten durchgehenden Tropfstein ganz Deutschlands, aber auch zwei Mausohrfledermäuse haben sich uns kurz gezeigt. Nur der "Grottenolm" blieb uns verborgen. Nach diesem Erlebnis mussten wir uns im Gasthof Grottenhof erst einmal stärken.

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Anschließend war wieder abwechslungsreiches Cruisen angesagt. Zum nächsten Zwischenstopp landeten wir bei der Burg Rabenstein. Ein kurzes Fotoshooting und weiter ging´s wieder über Berg und Tal durch malerische Landschaften zur Kuchenmühle. An diesem idyllischen Ort konnte, wer wollte, guten Kaffee und Kuchen genießen oder einen kleinen Spaziergang unternehmen.

Schnell noch ein weiteres obligatorisches Gruppenfoto und dann trennten sich auch schon unsere Wege mit den Nürnbergern. Sie fuhren wieder ihrer Heimat entgegen, während wir zu unserem Hotel zurückkehrten. Auf dem Rückweg passierten wir das schöne Ebermannstadt mit einer sehr hübschen Altstadt.

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Nachdem wir das Hotel erreicht, die Zettis untergebracht und uns selbst noch ein wenig "aufgehübscht" hatten, konnten wir wieder einen wunderschönen Sonnenuntergang genießen. Zwei Überraschungsgäste, Heidi und Heiko, warteten schon auf uns. Sie waren auf der Urlaubsrückfahrt und hatten einen Zwischenstopp in unserem Hotel eingelegt. Damit waren die "Zetti-Nordlichter" nahezu komplett vertreten. Ein leckeres Abendessen, dazu ein zünftiges Bier und nette Gespräche rundeten den herrlichen Tag ab.

Sonntag, letzter Tourtag

Vorab: Bamberg ist in jedem Fall einen Besuch wert. Wer noch nie hier war, sollte sich dafür ein paar Tage Zeit nehmen. Es gibt so viel zu entdecken, dass ein Tag kaum ausreicht. Wir waren total begeistert von dieser Stadt mit ihren tollen Sehenswürdigkeiten. Wenn man dann auch noch einen so unterhaltsamen Stadtführer wie Dirk Hirsch an seiner Seite hat, wird die Besichtigung zum reinen Vergnügen.

Am Morgen machten ein strahlend blauer Himmel und ein schöner Sonnenaufgang Lust auf mehr. Nach Frühstück, Auschecken und letztem Briefing (diesmal ohne Megaphon) begaben wir uns auf den Weg nach Bamberg. Ein Club-Zetti aus Fürth gesellte sich noch zu uns.

Die kurze Entfernung war mit teilweiser Fahrt über die Autobahn schnell überbrückt. Unser Stadtführer erwartete uns pünktlich an der Touristinformation und stimmte uns mit launigen Geschichtchen sogleich auf die Stadtgeschichte ein. Die Stimmung passte sofort, mein Notizblock wurde bei dieser kurzweiligen und unterhaltsamen Führung schnell unleserlich, deshalb hier nur einige Fakten. Bamberg hat die größte unversehrt erhaltene historische Altstadt Deutschlands und ist seit 1993 Weltkulturerbe der UNESCO. Die Stadt wird auch als "Klein Venedig" bezeichnet, weil sowohl der Fluss Regnitz mit zwei Armen als auch der Main-Donaukanal die Stadt umschließen. Sieben Hügel umgeben die Stadt, von denen sechs mit Dom, Burg, Residenz, Abtei und anderen Kirchen bebaut sind. Neben den vielen Sehenswürdigkeiten ist Bamberg auch eine bedeutende Bierstadt mit etlichen Privatbrauereien. Angeblich werden hier jährlich 440l Bier p. P. getrunken. Im Jahr 1039 wurde Bier zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Berühmt ist das Rauchbier, Schlenkerla genannt.

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Unser versierter Stadtführer zeigte uns sehr schöne Ecken, natürlich gehörte dazu auch der Rosengarten der Residenz. Die netten Anekdoten, die er zum Besten gab, kann ich hier leider nicht passend wiederholen. Wir haben aber viel geschmunzelt, u.a. auch über den ersten Alkoholiker des Mittelalters, das berühmte Bamberger Säufermännchen.

Bei unserem Rundgang kamen wir auch am Dom vorbei. War es Zufall, dass uns der weitere Weg in die "Hölle" führte, nachdem wir die große Zahl der sonntäglichen Kirchgänger passiert hatten? Diese kleine romantische Straße in einer Talsenke windet sich zwischen zwei "Kirchenbergen" hindurch. Nun kennt Ihr ja alle die immer wiederkehrenden Bemerkungen zum Wander- vs. Autoclub, aber es ist wohl noch kein BMW Club vom Himmel durch die Hölle gewandert. Das muss uns erst mal einer nach machen.

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Nach weiteren herrlichen Geschichtchen zu Badehäusern, Uferromantik, Bierbrauern und und … wurden wir zum Ende der Führung auch auf das "Sams"-Haus aufmerksam gemacht, dem Drehort des gleichnamigen Fernsehfilms. Die Klingelschilder tragen doch tatsächlich die Namen der dort spielenden Figuren, nettes Detail in historischer Umgebung. An der Klosterbrauerei, dem wohl ältesten Brauhaus in Bamberg endete unsere Stadtführung. Wir verabschiedeten uns doch ein wenig wehmütig, denn unser langer Heimweg ließ eine Einkehr nicht mehr zu.

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Diese schöne Tour wird uns in bester Erinnerung bleiben. Wir kommen wieder, denn die Fränkische Schweiz und Bamberg sind eine weitere Reise wert. Unser herzlicher Dank gilt Gaby und Horst, die eine hervorragend ausgearbeitete und toll organisierte Tour für uns durchgeführt haben.

Übrigens, sogar die Mappen des detaillierten Roadbooks waren in Wagenfarbe ...

von G. F.